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wiki:der_wilde_mann

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 ==== Der Wilde Mann als mythische Figur in der Antike ==== ==== Der Wilde Mann als mythische Figur in der Antike ====
  
-Die Figur des Wilden Mannes ist weit älter als der Begriff und findet seine Wurzeln in [[wiki:reisegoetter|Göttern]], Vegetationsgeistern, Halbgöttern, Heroen. Als psychologischer **Archetyp** steht er für den Menschen, der sich aus der Natur entfernt hat, indem er den Apfel der Erkenntnis aß. Dennoch bleibt er seiner Abstammung nach ein [[wiki:tiere|Tier]]. Diese archetypische [[wiki:figuren_stereotype|Figur]] ist erschreckend und furchteinflößend, jedoch nicht feindlich gesinnt. Es ist vielmehr die Furcht vor der eigenen Wildheit, die angesprochen wird, weil der Mensch ursprünglich Teil der [[wiki:wildnis|Wildnis]] war. +Die Figur des Wilden Mannes ist weit älter als der Begriff und findet seine Wurzeln in [[wiki:reisegoetter|Göttern]], Vegetationsgeistern, Halbgöttern, Heroen. Als psychologischer **Archetyp** steht er für den Menschen, der sich aus der Natur entfernt hat, indem er den Apfel der Erkenntnis aß. Dennoch bleibt er seiner Abstammung nach ein [[wiki:tiere|Tier]]. Diese archetypische [[wiki:figuren_typen_rollen|Figur]] ist erschreckend und furchteinflößend, jedoch nicht feindlich gesinnt. Es ist vielmehr die Furcht vor der eigenen Wildheit, die angesprochen wird, weil der Mensch ursprünglich Teil der [[wiki:wildnis|Wildnis]] war. 
  
 Dort wird er durch seine Nähe zur Natur, durch Kraft und Stärke auch zur beschützenden Figur, seine Attribute sind Bart und Haare, Keule und einfachste Bekleidung (z.B. Blätter, Fell): Dort wird er durch seine Nähe zur Natur, durch Kraft und Stärke auch zur beschützenden Figur, seine Attribute sind Bart und Haare, Keule und einfachste Bekleidung (z.B. Blätter, Fell):
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   * ''Erler, A.''\\ //Friedlosigkeit und Werwolfglaube//.\\ Paideuma 1.7 (1940) 303-317. [[https://www.jstor.org/stable/40341066|Online]]    * ''Erler, A.''\\ //Friedlosigkeit und Werwolfglaube//.\\ Paideuma 1.7 (1940) 303-317. [[https://www.jstor.org/stable/40341066|Online]] 
  
-Strafrechtlich erwuchsen die Friedlosen aus dem germanischen Rechtsverständnis des Mittelalters. Dieses wurde bis ins [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 12. Jahrhundert|13. Jahrhundert]] zunehmend institutionalisiert durch Kirche (Bann) und Herrscher (Acht). +Strafrechtlich erwuchsen die Friedlosen aus dem germanischen Rechtsverständnis des Mittelalters. Dieses wurde bis ins [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 12. Jahrhundert|13. Jahrhundert]] zunehmend institutionalisiert durch Kirche (Bann) und Herrscher (Acht). 
   * Hut, [[wiki:guertel|Gürtel]], Schuhe sowie Waffen galten auch als Insignien mit Hinweis auf Rechte des Trägers. Die Strafen von Bann und Acht sahen daher vor, dass der Bestrafte diese Dinge ablegen musste.   * Hut, [[wiki:guertel|Gürtel]], Schuhe sowie Waffen galten auch als Insignien mit Hinweis auf Rechte des Trägers. Die Strafen von Bann und Acht sahen daher vor, dass der Bestrafte diese Dinge ablegen musste.
   * Insignien der Ehrlosigkeit und Heimatlosigkeit waren stattdessen Stirnband, Kleidungsstücke aus Naturmaterialien wie Moos oder Fell, eine rohe Keule (Ast mit Rinde) sowie starke Körperbehaarung.   * Insignien der Ehrlosigkeit und Heimatlosigkeit waren stattdessen Stirnband, Kleidungsstücke aus Naturmaterialien wie Moos oder Fell, eine rohe Keule (Ast mit Rinde) sowie starke Körperbehaarung.
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 ==== Der Wilde Mann als Einzelner im Mittelalter ==== ==== Der Wilde Mann als Einzelner im Mittelalter ====
-Die wohl älteste Darstellungen eines Wilden Mannes finden sich im französischen Raum um das Jahr [[wiki:reisegenerationen#9. und 10. Jahrhundert|1.000]] ((''John Tchalenko''\\ //Earliest wild-man sculptures in France.//\\ Journal Medieval Hist. 16 (1990) 217–234 [[https://doi.org/10.1016/0304-4181(90)90003-J|DOI]] )); die Wilde Frau (lamia, holzmoia vel wildaz wip) wird in den Mondseer Fragmenten (des [[wiki:reisegenerationen#9. und 10. Jahrhundert|10. Jahrhunderts]] genannt. In der zweiten Hälfte des [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 12. Jahrhundert|12. Jahrhunderts]] bezeichnet sich ein geistlicher (!) Dichter selbst als Wilden Mann ((''Larissa Schuler-Lang''\\ //Wildes Erzählen – Erzählen vom Wilden. „Parzival“, „Busant“ und „Wolfdietrich D“.//\\ (=Literatur, Theorie, Geschichte, 7) Berlin 2014: De Gruyter. [[https://doi.org/10.1524/9783110344752|DOI]] S. 49-50)). Bis zum [[wiki:reisegenerationen#14. Jahrhundert|14. Jahrhundert]] sind aus unheimlichen Kreaturen freundlichere Wesen geworden und erscheinen auf Spielkarten, Wandteppichen, Plastiken, Münzen und Wappen. Die Wilden Leute lassen sich auch deuten als Ausdruck einer Sozialkritik am städtischen Leben und Vision neuer Freiheiten ((''Luciana Villas Bôas''\\ //Os selvagens de Nuremberg e o seu lamento pela imprensa de 1545.// Letras, Santa Maria, 24.49 (2014) 131-151. [[https://doi.org/10.5902/2176148516596|DOI]]. Zum Holzschnitt von ''Hans Schäufelein'' und dem zugehörigen Gedicht von ''Hans Sachs'')).+Die wohl älteste Darstellungen eines Wilden Mannes finden sich im französischen Raum um das Jahr [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#9. und 10. Jahrhundert|1.000]] ((''John Tchalenko''\\ //Earliest wild-man sculptures in France.//\\ Journal Medieval Hist. 16 (1990) 217–234 [[https://doi.org/10.1016/0304-4181(90)90003-J|DOI]] )); die Wilde Frau (lamia, holzmoia vel wildaz wip) wird in den Mondseer Fragmenten (des [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#9. und 10. Jahrhundert|10. Jahrhunderts]] genannt. In der zweiten Hälfte des [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 12. Jahrhundert|12. Jahrhunderts]] bezeichnet sich ein geistlicher (!) Dichter selbst als Wilden Mann ((''Larissa Schuler-Lang''\\ //Wildes Erzählen – Erzählen vom Wilden. „Parzival“, „Busant“ und „Wolfdietrich D“.//\\ (=Literatur, Theorie, Geschichte, 7) Berlin 2014: De Gruyter. [[https://doi.org/10.1524/9783110344752|DOI]] S. 49-50)). Bis zum [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#14. Jahrhundert|14. Jahrhundert]] sind aus unheimlichen Kreaturen freundlichere Wesen geworden und erscheinen auf Spielkarten, Wandteppichen, Plastiken, Münzen und Wappen. Die Wilden Leute lassen sich auch deuten als Ausdruck einer Sozialkritik am städtischen Leben und Vision neuer Freiheiten ((''Luciana Villas Bôas''\\ //Os selvagens de Nuremberg e o seu lamento pela imprensa de 1545.// Letras, Santa Maria, 24.49 (2014) 131-151. [[https://doi.org/10.5902/2176148516596|DOI]]. Zum Holzschnitt von ''Hans Schäufelein'' und dem zugehörigen Gedicht von ''Hans Sachs'')).
   * Der **Asket** ist ein [[wiki:einzelne|Einzelner]] in der [[wiki:waldeinsamkeit|Waldeinsamkeit]], den spirituelle Beweggründe in die [[wiki:wildnis|Wildnis]] treiben, weil die Heimatlosigkeit eine Voraussetzung seines Strebens ist. Asketen, Einsiedler und [[wiki:wandermoench|Wandermönche]] konfrontieren sich aus spirituellen Gründen mit dieser urwüchsigen [[wiki:angst|Angst]].   * Der **Asket** ist ein [[wiki:einzelne|Einzelner]] in der [[wiki:waldeinsamkeit|Waldeinsamkeit]], den spirituelle Beweggründe in die [[wiki:wildnis|Wildnis]] treiben, weil die Heimatlosigkeit eine Voraussetzung seines Strebens ist. Asketen, Einsiedler und [[wiki:wandermoench|Wandermönche]] konfrontieren sich aus spirituellen Gründen mit dieser urwüchsigen [[wiki:angst|Angst]].
   * Der **[[wiki:waldlaeufer|Waldläufer]]** ist ein [[wiki:einzelne|Einzelner]], der in der Wildnis die Einsamkeit und die Nähe zur Natur sucht und die Menschen meidet.   * Der **[[wiki:waldlaeufer|Waldläufer]]** ist ein [[wiki:einzelne|Einzelner]], der in der Wildnis die Einsamkeit und die Nähe zur Natur sucht und die Menschen meidet.
-  * ''Zapperi, Roberto''\\ //Der wilde Mann von Teneriffa//.\\ Die wundersame Geschichte des ''Pedro Gonzalez'' und seiner Kinder.\\ München 2004: C.H. Beck.\\ In der ersten Hälfte des [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 16. Jahrhundert|16. Jahrhunderts]] »Pedro Gonzalez«, ein kanarischer Guanche, an den französischen Hof König ''Heinrichs II.'' Durch einen genetischen Defekt (Hypertrichose) ist er am gesameten Körper blond behaart und vererbt dies auch seinen Nachkommen, die später in einem Dorf am See von Bolsena in Italien leben. Der Autor hat diese Geschichte bis ins [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 17. Jahrhundert|17. Jahrhundert]] recherchiert und stellt sie dar als Kulturgeschichte entlang der [[wiki:grenze|Grenze]] zur Wildnis, als Suche nach der Abgrenzung zwischen Mensch und [[wiki:tiere|Tier]].+  * ''Zapperi, Roberto''\\ //Der wilde Mann von Teneriffa//.\\ Die wundersame Geschichte des ''Pedro Gonzalez'' und seiner Kinder.\\ München 2004: C.H. Beck.\\ In der ersten Hälfte des [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 16. Jahrhundert|16. Jahrhunderts]] »Pedro Gonzalez«, ein kanarischer Guanche, an den französischen Hof König ''Heinrichs II.'' Durch einen genetischen Defekt (Hypertrichose) ist er am gesameten Körper blond behaart und vererbt dies auch seinen Nachkommen, die später in einem Dorf am See von Bolsena in Italien leben. Der Autor hat diese Geschichte bis ins [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 17. Jahrhundert|17. Jahrhundert]] recherchiert und stellt sie dar als Kulturgeschichte entlang der [[wiki:grenze|Grenze]] zur Wildnis, als Suche nach der Abgrenzung zwischen Mensch und [[wiki:tiere|Tier]].
   * ''M A Katritzky''\\ //A wonderfull monster borne in Germany’: hairy girls in medieval and early modern German book, court and performance culture.//\\ German Life and Letters, 67.4 (2014) 467–480.   * ''M A Katritzky''\\ //A wonderfull monster borne in Germany’: hairy girls in medieval and early modern German book, court and performance culture.//\\ German Life and Letters, 67.4 (2014) 467–480.
  
-Der Wilde Mann und die Wilde Frau wurden von der mythischen Figur zum [[wiki:figuren_stereotype|Stereotyp]] von [[wiki:aussenseiter|Außenseitern]], die ein Leben [[wiki:einzelne|Einzelner]] außerhalb der Gemeinschaft führten, also auch allgemeingültige Normen (Sitten, Gebräuche, Regeln) neu definierten: »homo agrestis corpore magnus et pilosus ut porcus« ((''Zingerle von Summersberg, Oswald''\\ //Die Quellen zum "Alexander" des Rudolf von Ems.//\\ Im Anhange: Die "Historia de preliis". Breslau 1885: W. Koebner. Nachdruck Hildesheim 1977: Olms. S. 237, 104.15)), von bäurischer Gestalt und behaart wie ein Schwein. Gegensätze zeigten sich in Natur/Kultur, Christentum/Heiden, befriedeter Bereich/[[wiki:wildnis|Wildnis]], Vertrautes/[[wiki:fremdes|Fremdes]], Heimat/[[wiki:unterwegs-sein|Unterwegs-sein]], Wildes/Zahmes, Trieb/Askese, bekleidet/nackt (→ [[wiki:der_fahrende_haendler|Fahrende Händler]]), grob/fein usw.\\ +Der Wilde Mann und die Wilde Frau wurden von der mythischen Figur zum [[wiki:figuren_typen_rollen|Stereotyp]] von [[wiki:aussenseiter|Außenseitern]], die ein Leben [[wiki:einzelne|Einzelner]] außerhalb der Gemeinschaft führten, also auch allgemeingültige Normen (Sitten, Gebräuche, Regeln) neu definierten: »homo agrestis corpore magnus et pilosus ut porcus« ((''Zingerle von Summersberg, Oswald''\\ //Die Quellen zum "Alexander" des Rudolf von Ems.//\\ Im Anhange: Die "Historia de preliis". Breslau 1885: W. Koebner. Nachdruck Hildesheim 1977: Olms. S. 237, 104.15)), von bäurischer Gestalt und behaart wie ein Schwein. Gegensätze zeigten sich in Natur/Kultur, Christentum/Heiden, befriedeter Bereich/[[wiki:wildnis|Wildnis]], Vertrautes/[[wiki:fremdes|Fremdes]], Heimat/[[wiki:unterwegs-sein|Unterwegs-sein]], Wildes/Zahmes, Trieb/Askese, bekleidet/nackt (→ [[wiki:der_fahrende_haendler|Fahrende Händler]]), grob/fein usw.\\ 
 Neu war jedoch, das sich die Bewertung dieser Gegensätze veränderte, dass ein Leben außerhalb nicht mehr nur ein Leben in Sünde und Verdammnis war, sondern als Lebensform mit neuen Möglichkeiten wahrgenommen wurde ((''Yamamoto, Dorothy''\\ //The Boundaries of the Human in Medieval English Literature.//\\ Oxford 2000. S. 150-151.\\ NN: //The Wild Men of the Pyrenees//. Perennialpyrenees January 16, 2018. [[https://perennialpyrenees.com/2018/01/16/article-21-the-wild-men-of-the-pyrenees/|Online]])).  Neu war jedoch, das sich die Bewertung dieser Gegensätze veränderte, dass ein Leben außerhalb nicht mehr nur ein Leben in Sünde und Verdammnis war, sondern als Lebensform mit neuen Möglichkeiten wahrgenommen wurde ((''Yamamoto, Dorothy''\\ //The Boundaries of the Human in Medieval English Literature.//\\ Oxford 2000. S. 150-151.\\ NN: //The Wild Men of the Pyrenees//. Perennialpyrenees January 16, 2018. [[https://perennialpyrenees.com/2018/01/16/article-21-the-wild-men-of-the-pyrenees/|Online]])). 
  
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     * ''White, Hayden''\\ //Forms of Wildness. The Archaeology of an Idea.//\\ S. 3–38 in: Edward Dudley & Maximillian Novak: The Wild Man Within: An image in Western Thought from the Renaissance to Romanticism. Pittsburgh 1972: University of Pittsburgh Press.     * ''White, Hayden''\\ //Forms of Wildness. The Archaeology of an Idea.//\\ S. 3–38 in: Edward Dudley & Maximillian Novak: The Wild Man Within: An image in Western Thought from the Renaissance to Romanticism. Pittsburgh 1972: University of Pittsburgh Press.
  
-Dass wilde Leute aus dem Wald in die Städte kamen und dort blieben ist sicher, denn sprachübergreifend entstanden ab dem [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 12. Jahrhundert|13. Jahrhundert]] dementsprechende Bei- und Familiennanmen, die belegen, dass es ein Vorstellungsmuster (([[https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=W20922|wildemann]], Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/21, abgerufen am 18.08.2022 )) für diese Namenzuweisung gab:+Dass wilde Leute aus dem Wald in die Städte kamen und dort blieben ist sicher, denn sprachübergreifend entstanden ab dem [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 12. Jahrhundert|13. Jahrhundert]] dementsprechende Bei- und Familiennanmen, die belegen, dass es ein Vorstellungsmuster (([[https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=W20922|wildemann]], Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/21, abgerufen am 18.08.2022 )) für diese Namenzuweisung gab:
   * //Wild(e,er)mann// im deutschsprachigen Raum   * //Wild(e,er)mann// im deutschsprachigen Raum
   * //Sauvage// in Frankreich   * //Sauvage// in Frankreich
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 ==== Edle Wilde und Einfaches Leben ==== ==== Edle Wilde und Einfaches Leben ====
  
-Parallel dazu entsteht **[[wiki:der_edle_wilde|der Edle Wilde]]** als eine Figur des [[wiki:literaturliste_entdeckungsgeschichte|Entdeckungszeitalters]] ab dem [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 15. Jahrhundert|15. Jahrhundert]], die zunächst dazu diente über den Blick von außen [[wiki:utopie|Gesellschaftsutopien]] zu formulieren, im [[wiki:reisegenerationen#18. Jahrhundert|18. Jahrhunderts]] dann romantisierend das Rousseausche //Zurück zur Natur// verklärend und im Deutschen als [[wiki:waldeinsamkeit|Waldeinsamkeit]] verklärend. Im Englischen war der //sauvage// `Wilder´ ursprünglich synonym zu //Wilder Mann// und wildem [[wiki:tiere|Tier]] und wurde erst im sentimentalen [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 17. Jahrhundert|17. Jahrhundert]] zum //nature's gentleman//.+Parallel dazu entsteht **[[wiki:der_edle_wilde|der Edle Wilde]]** als eine Figur des [[wiki:literaturliste_entdeckungsgeschichte|Entdeckungszeitalters]] ab dem [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 15. Jahrhundert|15. Jahrhundert]], die zunächst dazu diente über den Blick von außen [[wiki:utopie|Gesellschaftsutopien]] zu formulieren, im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#18. Jahrhundert|18. Jahrhunderts]] dann romantisierend das Rousseausche //Zurück zur Natur// verklärend und im Deutschen als [[wiki:waldeinsamkeit|Waldeinsamkeit]] verklärend. Im Englischen war der //sauvage// `Wilder´ ursprünglich synonym zu //Wilder Mann// und wildem [[wiki:tiere|Tier]] und wurde erst im sentimentalen [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 17. Jahrhundert|17. Jahrhundert]] zum //nature's gentleman//.
  
 Die zeitgenössische Fortsetzung zeigt sich in Lebensformen wie dem Traum vom [[wiki:einfach_leben|einfachen Leben]], [[wiki:frugalismus|Frugalismus]], [[wiki:autarkie|Autarkie]] auf dem Land. Die zeitgenössische Fortsetzung zeigt sich in Lebensformen wie dem Traum vom [[wiki:einfach_leben|einfachen Leben]], [[wiki:frugalismus|Frugalismus]], [[wiki:autarkie|Autarkie]] auf dem Land.
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