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wiki:bild_reise

Das Bild der Reise

»Ich bin nicht Ich« meinte Che Guevara und beschrieb die Rückkehr in die Heimat als Tod und Wiedergeburt. Der Wiedereintritt in die Gemeinschaft ist mit einem Rollenwechsel verbunden. Nach der Heimkehr zeigt sich die Wertschätzung der Gemeinschaft für den Fahrenden durch das Maß seiner sozialen Integration. Seine Autonomie, die er unterwegs bewiesen hat, muss er nun bereit sein aufzugeben 1). Sein Reisebild wird in das herrschende Weltbild assimiliert und dabei verformt. Wie sich das Bild der Reise verändert, zeigt das folgende Schema (Handlungskreis) durch verschiedenen Sichtweisen auf dieselbe Reise, ähnlich dem Johari-Fenster:

Handlung Wunschbilder

Unterwegs-Sein
Navigation & Alltag

Kategorienbildung:
Abenteuer-, Bildungsreise,
Grand Tour etc.
Figuren & Typen

Verarbeitung
Kommunikation:
Rollen
Reisende,
Kundige (Intermediaries),
Bereiste (Travelees)
Autoren,
Herausgeber, Kurator, …
Manifestation:
Text-Bild-Artefakt
Itinerar, Brief, Tagebuch,
Bilder, Souvenir
Apodemik, Fachliteratur
Tagung, kurat. Ausstellung
Umgebung Gesellschaft
(Begleiter)
Res publica literaria
↑ ↓
Handlung Die erinnerte Reise

Die erzählte Reise

Die Reise des Publikums
Imagination
lit. Figuren, Stereotyp

Verarbeitung
Kommunikation:
Rollen
Außenseiter, Exot,
Zuhörer
Autoren
Gatekeeper/Multiplikator
Manifestation:
Text-Bild-Artefakt
Erzählung,
Diaabend,
Sammlung
Reisebericht, -sammlung,
(Bild-)Vortrag, Ausstellung,
Massenmedien, U-Literatur
Umgebung Gemeinschaft Öffentlichkeit
Erfahrung Rezeption Folgen
Entstehungs-zusammenhang Verwendungs-zusammenhang

Die Vermittlung von Welt über Medien findet traditionell über Erzählen und über Literatur statt und erzeugt damit Bilder in der Vorstellung. Die besten Geschichten hört man in einer Runde Weitgereister am Lagerfeuer. Reiseliteratur entsteht, wenn das Erzähltalent ausgeprägt ist und das Bedürfnis stark genug, sein Erlebtes auszudrücken. Reiseliteratur ist erfolgreich, weil viele von einem solchen Unterwegs-Sein träumen, jedoch den Aufbruch nicht wagen. Reisebilder liefern fertige Vorstellungen.

Das Problem des Reisenden ist, dass Heimgekehrte und Daheimgebliebene sich in mancher Hinsicht nicht mehr verstehen. Der Reisende erzählt und die Zuhörer stülpen ein Stereotyp darüber, gegen das der Erzähler sich vergebens wehrt. Das findet seinen zeittypischen Ausdruck insbesondere in den Genres Reiseliteratur, Road Movie, Road Music.
Das öffentliche Reisebild hat sich insbesondere kristallisiert in

Die Folgen resultieren aus der Dynamik, die mit der intentionalen Fortbewegung im Raum verbunden ist 2) bewirkt ein Verschieben (translozieren) von

1)
Luhmann, Niklas
Die Wissenschaft der Gesellschaft.
Frankfurt am Main, 1990, S. 289 über Autonomie und Umwelt »Autopoiesis«.
2)
Schabacher, Gabriele
Transport und Transformation bei McLuhan.
Medien verstehen: Marshall McLuhans Understanding Media (2017): 59-84. Online
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