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Übersichtsseite Reisekunde

Im Unterschied zur Reisekunst umfasst eine Reisekunde das primär nützliche Wissen und Können, also technische und handwerkliche Anleitungen zum Reisen, die jede Reise erfordert. Sie wird überwiegend durch Übung, also Unterwegs-Sein, erlernt.

Unterwegs zu sein ist eine Tätigkeit, die von außen nicht zu erkennen ist und die sich zusammensetzt aus einer Kette von Handlungen, die durch wiederholtes Fortbewegen und Ankommen gekennzeichnet ist. Dieser Zustand ist ein Fließgleichgewicht, eine beständige Unbeständigkeit, weder sichtbar noch greifbar.

Sichtbar ist in dieser Phase nur der Fremde als jemand, der kommt und geht. Dessen Antwort nach dem Woher und dem Wohin erlauben eine Kategorisierung von außen, etwa als 'Reisender' im Deutschen, Traveler im Englischen, Voyageuer im Französischen usw., wobei jeder Begriff nicht nur eine andere Vorstellung aufruft, sondern auch den Zeitläuften unterliegt.

Trotz all dieser Variablen besteht kultur- und sprachübergreifend ein gemeinsames Vorverständnis des Phänomens 'Unterwegs-Sein'. Es wäre die Aufgabe einer Reisekunde, die zugrundeliegenden Konstanten herauszuarbeiten, ohne den Begriff 'Reise' zu verwenden. Da dies aber nicht praktibal erscheint, wird 'Reisen' hier auch als Generikum verwendet.

Perspektiven einer Reisekunde

Grundbedürfnisse im Alltag unterwegs

Greifbares und Sichtbares im zu bewältigenden Reisealltags erscheinen zunächst als ein Handwerk des Reisens, u.a.:

Reisende zwischen Herkunftsgemeinschaft und Gesellschaft

Reisenden sind nicht isoliert denkbar und bilden Verhältnisse zu den Menschen, die sie verlassen, mit denen sie unterwegs sind und denen sie begegnen:

Hinzu kommen Spannungsverhältnisse zur Herkunftsgemeinschaft und zur Gesellschaft, in der er sich bewegt. Beide machen sich einen Begriff von ihm

Und es ist nicht zuletzt dessen innere Disposition zum Unterwegs-Sein, also etwa die Spannungsfelder in der Liste der Ambivalenzen.

Rekonstruktion aus dem Bild der Reise

Das Bild der Reise geht zwar vom Reisenden aus, entsteht jedoch erst nach der Reise und ist gesellschaftlich überformt:

Das Ideal in der Kunst des Reisens

Das Idealbild richtet sich als Maßgabe an den Reisenden, entworfen als Kunst des Reisens (engl. art of travel, franz. arts de voyager):

Ein Handwerk ohne künstlerischen Anspruch ist möglich, eine Kunst ohne Handwerk dagegen nicht.

Theoretische Konstruktionen

Anekdotisch-assoziative Beschreibung des Reisens

Wort- und sachgeschichtliche Untersuchungen zentraler Begriffe

Die systemtheoretische Betrachtung

Eine Theorie sollte ihren Gegenstandsbereich erschließen, indem sie dessen Begrifflichkeit ableitet und nicht voraussetzt. »Unterwegs-sein« wäre dann ein System, dass dem Einfluss der Antagonisten sich fortbewegen von und ankommen unterliegt und dessen personale Systeme (Figuren) in einem dynamischen Verhältnis zu Gemeinschaft und Gesellschaft stehen, siehe ausführlich:
Unterwegs-sein als soziotechnisches Handlungssystem


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